jörg dauscher

Jörg Dauscher

Nach Albanien.
Bericht einer Reise.
BoD, Norderstedt

ISBN 978-3-837-08134-3

TB 76 S., 5,90 (D)
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Albanien hat schon alles hinter sich: Zusammenbruch der Industrie, des Finanzsystems und der Märkte. „Nach Albanien” berichtet vom Leben nach der Krise. Mit viel Sympathie für Land und Leute wird der Alltag eines nordalbanischen Dorfes geschildert. Improvisation, Subsistenzwirtschaft und Knappheit bestimmen das Leben. Dabei ergeben einzelne kurze Szenen, Beobachtungen und Reflexionen einen poetischen Bilderbogen eines Landes im Umbruch.

 

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Jörg Dauscher
Nach Albanien. Bericht einer Reise.


DAS DORF NADAÇ hat keinen Dorfkern. Ja, es gibt nicht einmal eine Straße, die Nadaç durchquerte: im Dorf verlaufen nur Neben- und keine Hauptwege. Deshalb ist Nadaç auch eigentlich kein Dorf, kein richtiges Dorf, sondern eine zufällige Ansammlung flacher Häuser und kleiner Gärten, durch Zäune und Mauern von einander getrennt, durch Straßen miteinander verbunden - wenn man das mäandernde System der Wege Straßen nennen möchte.
Das Dorf Nadaç liegt im Norden Albaniens, unweit der alten venezianischen Stadt Shkodra und des gleichnamigen Sees. Eine einzige asphaltierte Piste verbindet - von Nordwesten und damit von Shkodra kommend - das Dorf Nadaç mit der Welt. Zunächst läuft die Straße gerade und unbeirrt an den ersten Bauernhöfen vorbei. Sobald sie aber die Dorfschule passiert hat, biegt sie scharf nach links ab und verliert sich gleich danach, mündet im Gewirr der Pfade aus gestampfter Erde, der grob geschotterten Wege und improvisierten Querverbindungen zwischen den Häusern.
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